Mieter möchte etwas renovieren – Wer zahlt?

Oft möchte ein Mieter einer Wohnung den Bodenbelag renovieren oder erneuern und statt beispielsweise eines Teppichbodens einen Laminatboden verlegen. Nun stellt sich für den Vermieter die große Frage, wer für so etwas verantwortlich ist, bzw. wer im Rechtsfall zahlen muss.

Situation abwägen

Da es sich um ein Mietobjekt handelt, ist der Fall etwas schwierig. Wenn der Vermieter weiß, dass der Mieter in den folgenden 20 Jahren in der Mietwohnung weiterhin bleibt und der aktuelle Boden eventuell schon 30 Jahre alt ist, ist die Sache unproblematisch und kann vom Vermieter genehmigt werden. Wichtig ist aber, dass diese Kosten ausschließlich vom Mieter getragen werden. In solchen Fällen zahlt der Vermieter nicht. Weil der Mieter den Boden neu haben möchte, bezahlt er diesen auch. Immerhin wurde die Wohnung beim Einzug genauso akzeptiert, wie sie war.

Fachmännische Arbeiten und Leistungen

Wichtig ist, dass der Boden unbedingt fachmännisch verlegt werden muss. Nicht jeder kann automatisch einen Laminatboden verlegen. Eine Vermietung ist danach eventuell nicht mehr möglich und der Vermieter hat einen Aufwand. Die Voraussetzung für den neuen Boden ist also eine fachmännische Verlegung. Die Leistung muss daher von einem Fachmann oder zumindest fachmännisch erbracht werden.

Was bleibt zurück?

Wenn es tatsächlich später zum Auszug kommt, kann es sein, dass der Mieter den Laminatboden sogar wieder mitnehmen möchte. In diesem Fall kann der Vermieter den vorigen Boden, zum Beispiel den Teppichboden wieder verlangen. Es kann also nicht passieren, dass beim Auszug quasi der blanke Estrich übergelassen wird. In diesem Fall wäre nämlich der Vermieter geschädigt.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Mieter beim Auszug Geld dafür verlangt, weil ein Laminatboden verlegt wurde. Grundsätzlich besteht zwar ein Anspruch laut Gesetz darauf – die Rede ist von einem so genannten Bereicherungsanspruch – aber eine vorige schriftliche Vereinbarung kann hier grundsätzlich Abhilfe schaffen.

In dieser schriftlichen Vereinbarung wird festgelegt, dass der neue Boden – wie zum Beispiel ein Laminatboden – verlegt werden darf. Bei Auszug besteht keinerlei Anspruch mehr darauf. Außerdem muss diese Verlegung fachmännisch erfolgen. Der neue Boden darf beim Auszug nicht angetastet werden. Dieser muss nämlich weiterverwendet werden können.

Wem gehört das?

Eventuell geht es aber gar nicht um einen Boden, sondern um eine Küche. Ist bereits eine Küche im Mietobjekt vorhanden, kann es sein, dass der Mieter eine neue Küche möchte und diese selbst bezahlt. Nun stellt sich die Frage, was mit der alten Küche passieren soll. Immerhin ist die Küche das Eigentum des Vermieters. Auch eventuell anfallende Entsorgungskosten sollten unbedingt besprochen und vereinbart werden. Auch in diesem Fall muss vereinbart werden, wer diese Kosten trägt. Am besten wird auch dies schriftlich festgehalten.

Klare Regeln für einfache Abwicklung

Bietet ein Mieter an, einen neuen Boden zu verlegen oder eine neue Küche einzubauen, sollte sich der Vermieter überlegen, wie gut er damit leben kann oder ob ihm die Sache gefällt oder nicht. Prinzipiell gilt es also, eine konkrete Vereinbarung zu finden und diese unbedingt schriftlich festzuhalten. Später entsteht nämlich garantierter Ärger, wenn alleine nur mündliche Zusagen und Versprechungen gemacht werden. Das Ziel ist es, klare Regeln aufzustellen, die beispielsweise aufzeigen, wer welche Risiken zu tragen hat oder wer was bezahlt. So ist der Vermieter immer auf der sicheren Seite.

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